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Die Geschichte der Gemeinde Mörschwil

 

Von der Eiszeit zur Römerzeit

um 10´000 v. Chr.
Vor mehr als zehntausend Jahren war die Landschaft um den Bodensee, die heute an klaren Sonnentagen geradezu südlich anmutig erscheint, von Hunderten von Metern dickem Gletschereis bedeckt. Menschen kamen vielleicht vorübergehend an Sommertagen auf Jagdzügen an die sich aus dem Eis dieser unwirtlichen Gebiete erhebenden Hügel und Berge, aber länger konnte man sich erst niederlassen, als das Eis zurückzuweichen begann. Die Gletscher hinterliessen aber stumme Zeugnisse in der Landschaft. Auf Mörschwiler Boden erinnern besonders deutlich die Drumlins – rundlich-längliche Hügel aus Grundmoränenschutt zwischen Taan, Alberenberg, Lehn und Enggwil – und die tief eingeschnittenen Tobel von Goldach und Steinach an diese weit zurückliegende Zeit. Und immer wieder stösst man beim Ausheben von Baugruben auf Findlinge, die auf dem Rücken der Gletscher über weite Distanzen transportiert worden waren.

Urwald
Dort wo die Gletscher verschwunden waren, begann Urwald zu wachsen. Noch im Frühmittelalter prägte der «Arboner Forst» das Gebiet zwischen Rhein, Säntis und Sitter. In diesem weiten Forstgebiet dürften schon vorkeltische und keltische Bauern geeignetes Land urbar gemacht haben. Man weiss zwar aus Mörschwil nichts Sicheres über diese frühen Zeiten vor zweitausend und mehr Jahren, wohl aber aus den Nachbarorten. In Arbon hat man jungsteinzeitliche Siedlungsreste aus der Zeit um 3500 v. Chr., in Goldach Zeugnisse einer bronzezeitlichen Siedlung aus der Zeit um 1200 v. Chr. gefunden, und in Rorschacherberg ist keltische Besiedlung nachgewiesen.

Kelten (oder Gallier) um 500 v. Chr.
Aus römischen Texten erfahren wir den Namen «Brigantii» für den am Bodensee lebenden Keltenstamm; das heutige Bregenz war das wichtigste Zentrum.

römische Provinz Rätien
Im Jahre 15 vor Christus unterwarfen Tiberius und Drusus, die Stiefsöhne des Kaisers Augustus, die keltischen Stämme um den Bodensee und die Räter und gliederten ihr Gebiet ins römische Reich ein. Das Bodenseegebiet mit dem regionalen Hauptort Brigantium (Bregenz) gehörte zur Provinz Rätien.

Römerstrassen
Eine vom Julierpass her kommende Heerstrasse verband Chur (Curia) mit Bregenz und erreichte über Kempten (Cambodunum) die Provinzhauptstadt Augsburg (Augusta Vindelicorum). Eine kleinere Strasse von Bregenz über Rheineck (Ad Rhenum) und Arbon (Arbor Felix) erreichte bei Pfyn (Ad Fines, nordöstlich von Frauenfeld) die Grenze der Provinz Gallien, zu der der Grossteil der heutigen Schweiz gehörte, die Strasse verlief dann über Winterthur (Vitodurum) nach Vindonissa (Windisch) weiter. Das Gebiet des heutigen Mörschwil lag etwas abseits im vielleicht schwer durchdringlichen Wald, Funde aus römischer Zeit gibt es nicht.


Alemannische Neuankömmlinge

Alemannen zuerst nördlich des Bodensees
Von 259 an bedrohte der germanische Stammesbund der Alemannen («alle Männer») durch Plünderungszüge die römische Herrschaft im Bodenseeraum. Die Römer verteidigten sich bis um 400 an der Rheinlinie gegen Norden. Dann mussten sie dem Ansturm der germanischen Stämme allmählich weichen. – Die ältesten deutschsprachigen Vorfahren von Mörschwiler Familien dürften sich auf den Terrassen zwischen den heutigen Grenzen der Stadt St. Gallen und dem Bodensee im 6. Jahrhundert niedergelassen haben.

Alemannen nach 500 in Mörschwil
Vielleicht gehörten sie zu jenen von den Franken unter ihrem König Chlodwig geschlagenen Alemannen, denen der Ostgotenkönig Theoderich der Grosse Siedlungsgebiete an der Westgrenze der römischen Provinz Rätien überliess. Als Gallus im Jahr 612 an die Steinach kam, war im Hochtal des späteren St. Gallen noch Wildnis; im Gebiet bis zum Bodensee hinunter aber dürfte es schon eine Zahl bäuerlicher Höfe gegeben haben.

erste urkundliche Erwähnung: 16. Februar 811
Auch wenn der älteste überlieferte Text den Namen Mörschwil erst 811 erwähnt, kann man sich die Art der Besiedlung doch aufgrund der Ortsnamen vorstellen. Die Ansiedlung dürfte einheitlich in einer recht kurzen Zeit erfolgt sein, denn typische Rodungsnamen (wie «Rüti», «Riet», «Brand» oder «Schwendi»), die in der weiteren Umgebung häufig sind, fehlen. Die Namen auf «-wil» sind die ältesten in unserer Gemeinde, sie gehen wohl auf die frühe Zeit zurück, in der sich die Alemannen im Raum der Provinz Rätien niederliessen. Es waren in Mörschwil wohl meist Einzelhofsiedlungen: Eine Familie liess sich mitten im von ihr bebauten Land nieder, und der Name des Gehöfts bewahrte die Erinnerung an den Gründer oder ein frühes Familienoberhaupt. Wenn die Familien wuchsen, konnten aus den Einzelgehöften auch jene bäuerlichen Häusergruppen entstehen, die wir bis heute mit dem Wort «Weiler» bezeichnen. – Für «Gehöft» wurde ein vom Lateinischen «villa» abgeleitetes Lehnwort verwendet: «-vilare» oder «-wil». So sind in den ältesten Weilernamen in unserer Gemeinde, wie Beggetwil, Hagenwil, Hundwil oder Reggenschwil uralte deutsche Personennamen erhalten.

Maurini vilare
Der Name «Maurini vilare», wie Mörschwil 811 in einer im Stiftsarchiv St. Gallen aufbewahrten Urkunde zum ersten Mal auftaucht, ist allerdings eine Ausnahme: «Maurinus» ist kein germanischer, sondern ein romanisch-lateinischer Name. Weist der Name darauf hin, dass es für die allerersten Bewohner von Mörschwil Verbindung mit gallorömischer Bevölkerung gab? 


Christianisierung

Spätantike Wurzeln des Christentums in Arbon
Christen hatte es im Bodenseeraum in der römisch-rätischen Zeit sicher gegeben, noch Gallus traf im ehemaligen Römerkastell Arbon auf einen Priester Willimar. Aber das Christentum war noch nicht fest verankert, und die alemannischen Einwanderer brachten im praktischen religiösen Leben den Rückfall ins Heidentum. Als nach dem Ende der Ostgotenherrschaft den merowingischen Franken die Oberhoheit im rätischen Raum zufiel, mussten sich auch die Alemannen zum römischen Christentum ihrer Herren bekennen. Auch das blieb oberflächlich. Zwölf irische Wandermönche mit ihrem Abt Columban, die den zügellosen Merowingerherrschern am Ende des 6. Jahrhunderts wegen ihrer auf Moral drängenden Predigten wohl einfach lästig fielen, wurden in den wilden alemannischen Winkel des Frankenreichs geschickt. Dort sollten sie dem Christentum bei den Alemannen bessere Wurzeln geben. 

Gallus errichtet 612 Mönchszelle
Aus der Zelle, die Gallus 612 gründete, nachdem er mit seinem Abt Columban gebrochen hatte, wurde im Laufe zweier Jahrhunderte ein grosses Kloster, welches nicht allein dem Christentum festeren Halt bot, sondern immer mehr auch zum weltlichen Machtzentrum und zur Stätte der Bildung im Raum zwischen Toggenburg, Wil und dem Bodensee wurde. Kaiser Ludwig der Fromme verlieh dem Kloster St. Gallen 818 die Immunität: fortan unterstand es nicht mehr der Oberaufsicht des Bischofs von Konstanz, sondern es war in geistlichen Dingen direkt Rom unterstellt und in weltlichen Belangen dem König. Ob er es wollte oder nicht – der Abt als gewählter Vorsteher des Benediktinerklosters St. Gallen wurde immer mehr auch wichtigster weltlicher Herr im Raum zwischen Rhein, Thur und Sitter… 


Gemeindewerdung im Renaissancestaat

verstreute Weiler
Der Weiler Mörschwil war günstig gelegen, und so wurde er etwas grösser als die umliegenden. Als Siedlungskern hatte er bis 1510, als dort die erste Kapelle entstand, keine besondere Bedeutung. Rechtlich aber gab die Neuorganisation von Gerichts- und Verwaltungskreisen im Gebiet des Klosters St. Gallen dem Weiler Mörschwil den Vorrang gegenüber den benachbarten Höfen.

Klostergebiet wird moderner Staat
Das Kloster St. Gallen machte am Beginn des 15. Jahrhunderts eine schwere Krisenzeit durch. Aber unter seinem «zweiten Gründer», dem Bäckerssohn Ulrich Rösch aus Wangen im Allgäu, der das Kloster von 1457 an als Pfleger und von 1463 bis 1491 als Abt leitete, erlebte es eine grundlegende Erneuerung. Abt Ulrich wollte anstelle der in einer weiten Region kompliziert versplitterten mittelalterlichen Rechtsverhältnisse einen auf einheitlichem Gebiet geschlossenen Territorialstaat bilden.

bilaterale Verträge mit den Eidgenossen
Aussenpolitisch waren dazu seit dem 17. August 1451 hervorragende Bedingungen geschaffen: Damals war der Bund der Abtei mit Zürich, Luzern, Schwyz und Glarus geschlossen worden, und das äbtische Land war nun als «Zugewandter Ort» ein Teil der Eidgenossenschaft. Aber der Abt blieb als Landesherr auch bis zur Zeit Napoleons einer der Fürsten des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. – In Abt UIrich Röschs langer Herrschaftszeit entstand zwischen den beiden symbolträchtigen Bauten «Hof» in Wil und «Mariaberg» in Rorschach das «Fürstenland» als Renaissancestaat in klaren Grenzen. Die Vereinheitlichung ging nur durch Rechtsstreit, Kauf und mehr oder minder sanften Druck auf Aufgabe alter Freirechte. Die «Freien Gerichte» in den Weilern
Alberenberg, Hueb und im Weiler Mörschwil traten ihre Rechte nur ungern ab.

Gemeindeverfassung
Die «Offnung» von Mörschwil vom 2. März 1469 war eine von 28 ähnlichen verfassungsartigen Urkunden des Klosterstaats. Sie galt für die rund 350 Einwohner in den 52 Wohnhäusern innerhalb der seit damals erhaltenen Gemeindegrenzen. Die  «Offnung» wurde allen über 14 Jahre alten Einwohnern in regelmässigen Abständen vorgelesen («eröffnet») und hielt die Rechte und Pflichten der Untertanen und des Abtes fest. 


Wachstum und Krisen in der Frühen Neuzeit

keine Kriege, aber Seuchen
Das «Fürstenland» hatte im Vergleich mit den in Sichtweite gelegenen Gebieten jenseits des Bodensees eine ruhige Entwicklung. Wirtschaftliche Krisen und konfessionelle Auseinandersetzungen warfen zwar auch hier Wellen, einzelne Hungersnöte und die vier grossen Pestzüge, die Mörschwil 1594, 1611, 1629 und 1635 heimsuchten, waren Katastrophen, denen in einzelnen Weilern manchmal mehr als die Hälfte der Bewohner zum Opfer fiel. Im Ganzen aber entwickelte sich Mörschwil im fürstäbtischen Staat aufwärts.

Leinwandgewerbe ergänzt Landwirtschaft
Die Möglichkeiten der Ernährung aus dem Gemeindeboden waren beschränkt. Wenn die Familien grösser wurden, wurde das Land unter die Nachkommen geteilt. Aber das Teilen brachte bald zu kleine Bauerngüter, und so versuchte man durch die wirtschaftlich-finanziellen Heiratsbedingungen einen Teil der Nachkommen am Gründen von Familien zu hindern. Im Späten Mittelalter schuf der St. Galler Handel auch für die Dörfer der Umgebung Nebeneinkünfte. Wichtigster Nebenerwerb war für die Einwohner Mörschwils – die auf ihren Lehen wirtschaftenden Bauern und die Hintersassen – seit dem Späten Mittelalter die Leinwandherstellung. Flachs und Hanf wurden auf vielen Feldern angebaut, Frauen und Töchter spannen die Fasern zu Garn, und die Männer arbeiteten viele Stunden im feuchten Webkeller. – Der Nebenerwerb durch die Produktion von Leinwand brachte den Bauern und Hintersassen beim Verkauf an die Verleger und die Händler in der Stadt Geld, und so konnten Nahrungsmittel und die Produkte des Gewerbes gekauft werden. Dank der Geldeinnahmen durch die Leinwandherstellung konnten sich auch auf kleineren Gütern Familien ernähren. Ja, wer als jüngerer Spross einer Familie fleissig wob, konnte sich auch ohne jeden landwirtschaftlichen Boden verheiraten.

zahlreiche Ehen, mehr Bevölkerung 
Dies war die wichtigste Voraussetzung dafür, dass trotz Epidemien die Zahl der Familien und damit die Bevölkerung langfristig wuchs.

frühe Globalisierung
Diese Entwicklung wurde beschleunigt, als von etwa 1730 an Baumwolle als Rohmaterial zum Spinnen und Weben den Flachs weitgehend ablöste. Jetzt wurde das Gebiet im weiten Umkreis um St. Gallen als eines der ersten in Europa vom Welthandel abhängig. Die Baumwollballen wurden vorwiegend aus Mazedonien, Zypern, Kleinasien, Syrien, Haiti und Santo Domingo importiert, im 19. Jahrhundert dann auch aus den Sklavenstaaten der USA. Von den Frauen und Kindern in der Ostschweiz wurde das Garn gesponnen. Die bäuerlichen Weber auf dem Land produzierten in ihren Webkellern meist das grobere Barchenttuch; die feinen, auf den Weltmärkten begehrten und oft bestickten Mousseline-Gewebe kamen aus der Stadt St. Gallen und aus den Weber-Städtchen. Der Handel brachte den St. Galler Handelsfirmen hohe Gewinne – und den einfacheren Leuten im Fürstenland und im Appenzellerland einen meist guten Lebensunterhalt. Ildefons von Arx schreibt in seinen «Geschichten des Kantons St. Gallen» (1813), die Bevölkerung der äbtischen Lande habe sich vor 1770 in nur dreissig Jahren verdoppelt. Zugleich aber wuchs die Abhängigkeit von Importen; in der Hungersnot von 1770/71 liess der Abt in Wien ungarisches Korn und in Venedig ägyptischen Weizen kaufen und in sein Land transportieren.
Die Getreideimporte aus dem süddeutschen Raum für das dicht besiedelte Fürstenland, die Gebiete jenseits des Rickens, für Schwyz und Glarus wurden überlebenswichtig – und sie brachten Strassenverkehr. Die Transporte zwischen Rorschach und St. Gallen waren für die Mörschwiler Fuhrhalter – sie arbeiteten zeitweise mit gegen zweihundert Pferden – von etwa 1650 an eine wichtige Erwerbsquelle.

Fürstenlandstrasse 1773 . 1778 erbaut
Die Fuhrhalterei wurde besonders wichtig durch die 1773 bis 1778 unter Fürstabt Beda Angehrn (1767–1796) erbaute «Fürstenlandstrasse» von Staad nach Wil.
1498 Gründung der Pfarrei
Wichtige Elemente des neuzeitlichen Gemeindelebens bildeten sich nach und nach. 1498 hatte Ammann Gebhard Hädiner auf einer Pilgerreise in Rom eine Bulle des Papstes erwirkt, welche die Gründung einer Pfarrei Mörschwil gestattete.

heutige Kirche 1699 erbaut
Nun begann das eigenständige kirchliche Leben. Bis zur Errichtung der ersten Kapelle im Jahre 1510 hatten die Mörschwiler die Gottesdienste noch in Arbon besuchen müssen; die erste Kirche mit eigenem Pfarrer wurde 1633 geweiht – der heute noch bestehende barocke Kirchenbau wurde 1699 bis 1704 errichtet. Der Innenraum, 1787 im Rokokostil abgeschlossen, zeigt sich seit der Restauration 1999 in neuer Pracht. Es gab, wie fast überall in Europa, noch keine Religions- oder gar Kultusfreiheit: Bis zum frühen 19. Jahrhundert durften in Mörschwil nur katholische Christen wohnen.

Schule: seit 1634
Der Messmer der Dorfkirche hielt seit 1634 auch Schulunterricht; seit 1689 gab es dauernd einen eigens angestellten Schulmeister für die Mörschwiler Kinder. Mörschwil gehörte in der fürstäbtischen Zeit im Schulwesen zu den acht fortgeschrittensten Gemeinden in Fürstenland und Toggenburg: Der Unterricht fand für alle Knaben und Mädchen statt, auch für die Kinder der armen Beisassen. Der Unterricht dauerte 1689 täglich von 8 bis 11 Uhr, dann gingen die Kinder zum Mittagessen nach Hause, von 1 bis 4 Uhr drückten sie nochmals die Schulbank. Aber es gab auch schulfrei: am Dienstag-, Donnerstag- und Samstagnachmittag. Vom 25. Juli (Jakobstag) an gab es die langen Ferien: die jungen Mörschwiler kehrten erst am ersten Werktag nach dem 11. November (Martinstag) wieder in die Zucht des Schulmeisters zurück. Am Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Schulunterricht im eigens erbauten Schulhaus, dem heutigen «Jugendheim», erteilt.

Milizwehr und Söldner
Seit dem Bündnis mit den Eidgenossen spielten im Militärwesen auch in der Fürstabtei Miliztruppen und nicht mehr Adlige die entscheidende Rolle. Schon unter Abt Ulrich Rösch hatte Mörschwil 100 Waffenfähige gestellt; 1661 hielt eine Mannschaftsliste die Namen von 183 Mörschwilern fest. Die Totenbücher der Pfarrei nennen auch immer wieder die Namen von Söldnern aus Mörschwil, die in ausländischen Diensten gefallen sind.


Fremde und eigene Freiheit

Revolution in Frankreich seit 1789
Die Auswirkungen der Französischen Revolution trafen auch das Fürstenland. In Gossau gab sich eine revolutionäre Landsgemeinde am 14. Februar 1798 eine republikanische Verfassung, ein Freiheitsbaum wurde errichtet, und «Bot» Johannes Künzle wurde zum Landammann ernannt. Die Unruhen griffen rasch auf das Rorschacher Amt über. Aber die selbständige Freiheitsbewegung in der Ostschweiz war nur kurz von Erfolg gekrönt; der Einmarsch der Franzosen bedeutete das Ende der Alten Eidgenossenschaft und brachte auch den alten «Zugewandten Orten» wie der Fürstabtei St. Gallen und der selbständigen, reformierten Stadt St. Gallen das Ende ihrer Selbständigkeit.

Ende der äbtischen Herrschaft
Dem allergrössten Teil der Menschen in der Eidgenossenschaft aber – den Bewohnern der riesigen Untertanengebiete der einzelnen Orte der Eidgenossenschaft und der «Gemeinen Herrschaften» im Thurgau, im Aargau, im Rheintal usw. – schenkte der Sieg der französischen Truppen eine bisher unbekannte Freiheit. Am 12. April 1798 verkündeten die Sieger die «Helvetische Republik». Das ehemalige Fürstenland, die Stadt St. Gallen, beide Appenzell und das Rheintal unterhalb des Hirschensprungs waren im neuen Staat zur Verwaltungseinheit «Canton Sentis» zusammengefasst. Die Gemeinde Mörschwil wurde in ihren alten Grenzen von 1469 eine Gemeinde der «Einen und Unteilbaren Helvetischen Republik».

1803 Gründung des Kantons St. Gallen
Die zentralistische Verfassung der Helvetik führte in der Schweiz zu Aufständen und Bürgerkriegskonflikten; Ende 1802 rief Napoleon Bonaparte die schweizerischen Vertreter nach Paris, und am 19. Februar 1803 erhielten sie aus seiner Hand die neue Verfassung. In der «Mediationsakte» genannten neuen Schweizer Verfassung waren auch die Verfassungen der Kantone enthalten – darunter jene des neu geschaffenen Kantons St. Gallen in seinen heutigen Grenzen. Kaum war die Herrschaft Napoleons in Europa zu Ende gegangen, wurde die Mediationsakte verworfen, aber alle Verfassungen, die sich die Schweizer später – 1815, 1848, 1874 und 1999 – selber gaben, liessen die Abgrenzung des Kantons St. Gallen unberührt. 


Bauerngemeinde und Industriegesellschaft

Biedermeierzeit
Das 19. Jahrhundert schien, nachdem das Vierteljahrhundert der Kriege um das revolutionäre Frankreich vorbei war, gemächlich weiterzugehen. Zwar war die Perückenzeit vorüber, aber am Sonntag schufen faltige Trachtenröcke, farbige Fräcke, hohe Zylinder und einzelne hochrädrige Kutschen noch immer ein Gefühl behaglicher Gemütlichkeit. Aber bald zeigte es sich, dass die Folgen der Aufklärung, der Französischen Revolution und der beginnenden Industrialisierung auch in Mörschwil in wenigen Jahrzehnten den Wandel rascher vorantrieben als früher Jahrhunderte. Die Einwohnerzahl wuchs zuerst nur langsam: 1809 zählte man 1324 Einwohner, 1843 waren es 1376. Aber es gab eine beträchtliche Abwanderung von jungen Leuten aus der überwiegend bäuerlichen Gemeinde, die in den Städten Arbeit suchen mussten.

Staatsstrasse 1842 eröffnet
Die Gemeindeaufgaben wurden allmählich über Steuergelder und nicht mehr über Frondienstarbeiten ausgeführt. In den 1830er Jahren entstand der Kern des heutigen, sternförmig auf das Dorfzentrum zulaufenden Strassennetzes; die wichtigsten Mörschwiler Strassen führten zur 1842 eröffneten Kantonsstrasse zwischen Rorschach und St. Gallen, der «Staatsstrasse».

Eisenbahn 1855
Der teure Strassenbau blieb im 19. Jahrhundert ein in der Gemeinde stets heiss umkämpftes Thema; die Errichtung der nicht unwichtigen Verbindungsstrasse zwischen Dorf und Bahnhof war nach 1855 zwanzig Jahre lang umstritten. Die ebenfalls vorwiegend durch Steuergelder zu erreichenden Schulverbesserungen verliefen mühsam. Die behäbigen Bauern, die in Mörschwil im 19. Jahrhundert das Sagen hatten, hätten sich bestimmt sehr gegrämt, hätten sie ahnen können, dass ihre Nachfahren am Beginn des 21. Jahrhunderts einmal weit mehr als die Hälfte der Gemeinde-Steuereinnahmen in die Schule stecken müssten… 1818 musste ein zweiter Lehrer angestellt werden, weil die Zahl der Schüler zu gross geworden war, und so war die Einrichtung eines zweiten Schulzimmers trotz aller Sparsamkeit nicht zu umgehen. Aber die Schulplanung war nicht sehr weitblickend; 1877 wurde der Bau eines neuen Schulhauses mit nur zwei Unterrichtsräumen und Wohnungen für zwei Lehrerfamilien beschlossen. – Auch das Fürsorgewesen begann teurer als früher zu werden: 1841 wurde ein von der Gemeinde gekauftes Wohnhaus zum Armenhaus umgebaut.

Armenhaus
Die Zeiten, in denen sich Mörschwil als reiche Bauerngemeinde – wenigstens bezeichneten es neidische städtische Nachbarn im 19. Jahrhundert so – ruhig weiterentwickeln zu können glaubte, neigten sich ihrem Ende zu.

Eisenbahn treibt internationalen Getreidemarkt voran...und verdrängt Rosse und Fuhrhalter
Die Eisenbahnlinie zwischen St. Gallen und Rorschach wurde am 22. Oktober 1855 eröffnet, und sie zeigte deutlich, dass die Verbindungen nach aussen leichter wurden. Bald spürten die kleineren Bauern, dass sie von ihrer fleissigen Hände Arbeit auf dem Feld und im Webkeller kaum mehr leben konnten. Der Hanf verschwand von den Feldern. Wer Getreide anbaute, merkte die tödliche Konkurrenz der durch die Eisenbahnen billigen Importe. Der früher nebenbei betriebene Obstbau und die vermehrte Viehhaltung begannen das Bild der Gemeinde zu prägen. – Die als Erwerbszweig wichtige Mörschwiler Fuhrhalterei, die fast zweihundert Jahre lang die Transporte zwischen dem Bodensee und St. Gallen beherrscht hatte, erlosch rasch. – Es gab nicht sehr viele gewerbliche Arbeitsplätze in der Gemeinde, und auch die seit der Jahrhundertmitte aufkommenden Handstickerei-Maschinen gaben nicht vielen in Mörschwil selber ausreichende Arbeit. Aber dank der Eisenbahnverbindung fanden am Ende des Jahrhunderts viele Einwohner in St. Gallen oder Rorschach Arbeit in Industrie und Handel. 


Glanz und Elend der Stickerei

Sticken wird Maschinensache
Die Leinwandindustrie hatte der Ostschweiz vom Spätmittelalter bis ins 18. Jahrhundert Arbeit und Verdienst gegeben; dann wurde sie rasch von der Baumwollweberei und der Stickerei auf feine Baumwolltuche abgelöst. Die Spinn- und Webmaschinen kamen früh. Schon im August 1801 entstand in den Räumen des aufgehobenen Klosters St. Gallen die erste Fabrik in der Schweiz, in der englische Baumwoll-Spinnmaschinen ratterten. Die Industrialisierung der Stickerei war technisch anspruchsvoller. Sticken war bis über die Mitte des 19. Jahrhunderts hinaus vorwiegend Frauen-Handarbeit, dann kamen einfache, von zwei Personen zu bedienende Hand-Stickmaschinen auf.

Schifflistickmaschine 1863 / Stickautomat 1898
Erst zwei bedeutende Erfindungen von Isaak Gröbli und seinem Sohn Johann Gröbli – Schifflistickmaschine und Stickautomat – brachten in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts und vor dem Ersten Weltkrieg die Industrialisierung dieses Wirtschaftszweigs.

Glanzzeit Jahrhundertwende
Dergestalt begannen um die Jahrhundertwende für den Raum weit um St. Gallen goldene Zeiten. St. Galler Stickerei war weltweit begehrt. Der Wert der St. Galler Stickereiexporte war vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs höher als der Wert aller exportierten Uhren – etwa jeder sechste Franken, der im Exportgeschäft verdient wurde, kam durch die St. Galler Stickerei. Der St. Galler Hauptbahnhof und die prächtigen Stickereipaläste in der Kantonshauptstadt, in Rorschach und Rheineck zeugen von dieser Zeit. – Die Wirkungen des Aufschwungs der Stickerei trafen auch Mörschwil sehr rasch. Es waren weniger die Fabrikarbeitsplätze – die grösste Stickereifabrik entstand ganz nahe beim Bahnhof –, die Mörschwil prägten. Aber jetzt wurde die Gemeinde attraktiv als Wohnort für Angestellte und Kader der grossen Textilhandelsfirmen. Prächtige Bauten und solide Bürgerhäuser – für zwei oder drei Partien konzipiert – entstanden um den Dorfkern und an den Wegen zum Bahnhof. Und als Folge der Stickereiblüte gab es nun vermehrt Steuereinnahmen. Zwei schöne öffentliche Bauten aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg sind erhalten: Das grosszügig gebaute Gallus-Schulhaus und das 1982 liebevoll restaurierte alte «Spritzenhaus» der Feuerwehr.

Zusammenbruch der Stickerei seit 1920
Die beginnende Automatisierung der Stickerei liess die Produktivität masslos steigen – nach dem Ersten Weltkrieg aber liess die Mode die Nachfrage nicht mehr mitspielen. Die Stickereikrise brach von 1920 an mit fürchterlicher Wucht auf die Ostschweiz ein. Die Stickerei hatte in den kurzen Jahren der Hochblüte ein gefährliches Übergewicht erhalten: Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs hatte im St. Galler Raum über die Hälfte aller Industriearbeiter und Angestellten direkt von der Stickerei gelebt, die Zahl der Heimarbeiterinnen und Heimarbeiter und der Anteil der Kinderarbeit zu Hause war nicht annähernd zu erfassen; 1935 bestand gerade noch einer von dreizehn Arbeitsplätzen in diesem Bereich.

Weltwirtschaftskrise
Eine zweite Wirtschaftskatastrophe folgte nahtlos auf die «Stickereikrise»: 1929 begann die «Weltwirtschaftskrise», und aus dieser weltweiten dauernden Abwärtsspirale von Einkommen und Preisen gab es bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs keinen wirklichen Ausweg.

Arbeitslosigkeit
Auch in Mörschwil war die Arbeitslosigkeit gross. Familienväter nahmen grosse tägliche Arbeitswege in Kauf. Mit dem Fahrrad erreichte zum Beispiel Gebhard Akermann (1889–1994) seinen Wochen-Arbeitsplatz im deutschen Wollmatingen. Notstandsarbeiten – zum Beispiel die Asphaltierung der Bahnhofstrasse – gaben jungen Leuten das Gefühl, sie könnten doch noch als Glieder der Gesellschaft gefragt sein. Und die schönen Zeiten der satten Steuereingänge des Stickerei-Wirtschaftswunders waren wie ein fernes Märchen, lagen sie auch nur zwei Jahrzehnte zurück.


Zauber der Mobilität

Motorisierung des Verkehrs
Wer auswärts arbeitete, benutzte für den Arbeitsweg seit der Jahrhundertwende meist die eigenen Beine, ein Fahrrad oder die Eisenbahn. Automobile waren bis nach dem Zweiten Weltkrieg selten. Noch in den frühen fünfziger Jahren rannten die Kinder an der Bahnhofstrasse herbei, wenn der Gemüsemann den Motor seines alten Lastwagens ankurbelte. Nur wenige Bauern brachten 1960 ihr Obst mit von Traktoren gezogenen Wagen zum Verladen zum Bahnhof, die meisten kamen mit einer, manche mit zwei Pferdestärken durch. – In den frühen sechziger Jahren änderte sich das schnell.

Einfamilienhaus beherrschende Wohnform
Neue Häuser – die neue Art des niedrig gebauten «Einfamilienhauses» – wurden zunächst an der heutigen Schulstrasse gebaut, dann an der Paradisstrasse und bald an den Ausfallstrassen. Wer dort wohnte, kam mit dem Auto und benutzte das Auto für den Weg zum Arbeitsplatz. «Nahe an der Stadt und doch ruhig im Grünen!», so könnte das geheime Losungswort des Siedlungsbaus in Mörschwil wie in Hunderttausenden anderer Vorortsgemeinden in den industrialisierten Ländern mit freien Märkten in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg gelautet haben…
Der Automotor wurde seit etwa 1960 zum Motor der Dorfgeschichte.
Die Zahl der Einwohner wuchs jetzt – erstmals in der gegen 1400 Jahre alten Geschichte der Mörschwiler Weiler rasch. Zuverlässige Zahlen gibt es seit den eidgenössischen Volkszählungen (seit 1850). Der rasche Wandel seit 1960 zeigt sich in den Fünf-Jahr-Schritten besonders deutlich (Die Ziffern ab 1980 geben die jeweils ständige Wohnbevölkerung per 31. Dezember an).
1809: 1324     1950: 1694    1980: 2022
1850: 1249     1960: 1763    1985: 2306
1880: 1436     1965: 1842    1990: 2479
1900: 1584     1970: 1909    1995: 2790
1920: 1704     1975: 1913    2000: 3133
1940: 1665     2005: 3400    2010: 3504
2015: 3537

Immer weniger Personen pro Haushalt
Das rasche Anwachsen der Bevölkerung änderte den Charakter der Gemeinde wesentlich. Die Zahl der Häuser und Wohnungen wuchs ausserordentlich rasch. 1970 gab es in Mörschwil genau 500 Haushalte; ihre Anzahl wuchs bis 1990 auf 893, bis 2014 auf 1383 (+277% im Vergleich zu 1970). Aber in den einzelnen Haushalten wohnten immer weniger Personen. Die vierzig Jahre zwischen 1960 und 2000 brachten mehr Änderungen als zuvor fünfhundert Jahre: Als 1468 Abt Ulrich Rösch die Einwohner und die Rauchfänge zählen liess, dürften in den 52 Wohnhäusern durchschnittlich 6.73 Personen gewohnt haben; 1880 waren es in 295 Wohnungen durchschnittlich 4.86; 1920 4.83; 1960 4.34; 1980 3.37; 1990 2.88 und 2000 lebten durchschnittlich 2.68 Menschen in einer Wohnung.

Gehobener Mittelstand
Immer mehr erfolgte eine Durchmischung der Berufe. Zu den bäuerlichen Familien und alteingesessenen Handwerksbetrieben kamen nun besonders viele Familien, die von Tätigkeiten im Bereich der gehobenen Dienstleistungen lebten. Die Steuereinnahmen der Gemeinde begannen wieder zu schwellen, und dies bei durchaus angenehmem Steuerfuss. – Eines der wesentlichen Verdienste der Gemeinderäte um 1960 – mit Gemeindammann Franz Würth (1958–1991) an der Spitze – war es, erfolgreich eine Linienführung der Autobahn möglichst weit vom Dorfkern zu verlangen.

Autobahn A1
Die Autobahn zwischen St. Margrethen und St. Gallen konnte 1974 für den Verkehr freigegeben werden; ganz genau zweihundert Jahre zuvor war Abt Bedas «Fürstenlandstrasse» gebaut worden, und seit 1842 hatte die «Staatsstrasse» den Verkehr bewältigt… Die öffentlichen Aufgaben im Infrastrukturbereich der Gemeinde konnten weitblickend und grosszügig an die Hand genommen werden. Die Strassen, die Versorgung mit Wasser und Strom und die Abwasserkanalisation wurden hervorragend gelöst. Die Schulmöglichkeiten stehen im kantonalen Vergleich sehr gut.

Gymnasium Untere Waid
Nach den sechs unteren Klassen der Volksschule können die höheren Klassen leicht in St. Gallen besucht werden – am familiären Mörschwiler Gymnasium «Untere Waid» kann, wie sonst in keiner so kleinen St. Galler Gemeinde, sogar die Maturität in der eigenen Gemeinde erlangt werden.

Vereinzelung als Tendenz
Aber auch Problemseiten prägen die jüngsten Jahrzehnte. Das gemütliche Dorfleben früherer Zeiten ist hektischer geworden. Oft kennen neue Einwohner kaum andere Leute aus dem Dorf als die engeren Nachbarn. Die Anstrengungen der Behörden und der Vereine, etwas vom persönlichen Charakter des Dorflebens zu erhalten, sind wichtig und unterstützenswert.

Dorfzentrum mit Saal
Mit dem Bau des «Dorfzentrums» wurde 1984 ein Meilenstein für ein auch im 21. Jahrhundert lebenswertes Mörschwil gelegt: Endlich haben dort die evangelischen Christen einen eigenen Gottesdienstraum erhalten, im gleichen Gebäude sind auch der grosse Gemeindesaal, Pfarreiräume der katholischen Kirchgemeinde und eine der als Treffpunkte wichtigen Dorfwirtschaften.

Zweibändige Geschichte mit Emil Spiess
Mobilität verzauberte uns Menschen am Ende des 20. Jahrhunderts. Selbst Emil Spiess (1895–1985), der hochgebildete Mörschwiler Geistliche und Historiker, erinnert sich in seinem 1976 erschienenen zweibändigen Geschichtswerk «Mörschwil zwischen Bodensee und St. Gallen» sehr gerne an die Wochen, als Busse wegen Bahnerneuerungsbauten regelmässig durch Mörschwil fuhren (S. 638). – Emil Spiess hätte sich gefreut:

Anschluss St. Galler Busnetz
Seit August 1992 ist Mörschwil an das Busnetz der Stadt St. Gallen angeschlossen; seit 1998 verbindet an Sonn- und Feiertagen eine Postautolinie St. Gallen über Mörschwil mit dem Bodensee. Seit Mai 2000 fahren pro Stunde zwei Personenzüge Richtung Rorschach und Richtung St. Gallen. Seit Ende 2007 verlässt an Werktagen der letzte Bus nach Mörschwil St. Gallen um halb eins Uhr nachts.
Was die deutliche Förderung des «öffentlichen Verkehrs» für die Entwicklung der Gemeinde bedeutet, davon zeugt eine überraschend starke Bautätigkeit. Die Zahl der Haushalte wächst weiter an. Werden die schwarz-weiss-roten Busse der Gemeinde Mörschwil den Weg zum Leben als «Vorstadt im Grünen» gänzlich öffnen? Werden sich die Einwohner im Jahr 2020 als Mörschwiler fühlen, oder werden sie sich freundlich zulächelnde anonyme Bewohner eines städtischen Villen- und Edelwohnungs-Viertels sein?  

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