Mitwirkungsverfahren kantonaler Sondernutzungsplan Aachen / Petition Grüne / Stellungnahme und ablehnende Haltung des Gemeinderates Mörschwil
Die Gesuchstellerin Ressourcen und Deponien AG (resdag), St.Gallen beabsichtigt im Gebiet Aachen eine Deponie auf einer Fläche von 155’761 m2 und einem Volumen von 1.160 Mio. m3 (Festmass) für wenig belastetes Aushubmaterial. Der Deponiestandort «Aachen» in Mörschwil ist im kantonalen Richtplan seit 2016 festgesetzt. Das Mitwirkungsverfahren für den kantonalen Sondernutzungsplan wurde vom 19. November 2025 bis 31. Dezember 2025 durchgeführt und bis 31. Januar 2026 verlängert.
Der Gemeinderat Mörschwil hat das Deponieprojekt und die dazugehörigen Unterlagen an seiner Sitzung vom 15. Januar 2026 eingehend beraten und diskutiert. Er hält an seiner ablehnenden Haltung zum Deponiestandort Aachen fest. Der Gemeinderat hat seine negative Haltung bezüglich der Deponie Aachen bereits im Rahmen der Aufnahme des Deponiestandorts in den kantonalen Richtplan im Jahr 2016 deutlich kundgetan und die kantonalen Behörden aufgefordert, von einer Aufnahme des Deponiestandorts Aachen in den Richtplan abzusehen. Die Bevölkerung wurde diesbezüglich insbesondere im Jahr 2016 informiert.
An dieser Haltung hat sich in den vergangenen Jahren nichts geändert. Der Gemeinderat äusserte wiederholt sein Unverständnis über die Deponieplanung und die hohe Belastung der Gemeinde Mörschwil. Im Rahmen der Richtplananpassung 2023 hat der Gemeinderat nochmals explizit gefordert, dass die Deponie Aachen aus dem Richtplan gestrichen wird. Dem wurde genauso wenig entsprochen, wie dem Eventualantrag, wonach sicherzustellen sei, dass eine Redimensionierung des abzulagernden Volumens erfolge und die Deponie Aachen frühestens ab dem Zeitpunkt betrieben werde, in welchem sämtliche weiteren in der Gemeinde Mörschwil vorgesehenen Projekte abgeschlossen sind.
Der Gemeinderat stellt fest, dass die Vorbringen von den kantonalen Behörden allesamt unbeachtet blieben und am Deponiestandort Aachen unverändert festgehalten wird. Ebenso wenig wurde trotz Aufforderung in der Richtplan-Anpassung 2023 eine Redimensionierung ernsthaft geprüft.
Der Gemeinderat hält deshalb an den früheren Ausführungen zur Deponie Aachen fest und fordert die Einstellung der Projektierungsarbeiten und die Streichung des Deponiestandorts aus dem Richtplan.
Auf dem Gemeindegebiet von Mörschwil sind in den letzten Jahrzehnen diverse Deponien betrieben worden und weitere sind geplant. Der Gemeinderat ist der Auffassung, dass Mörschwil damit bereits einen wesentlichen Beitrag leistet(e), um den Deponienotstand zu schmälern. Eine weitere Grossdeponie auf dem Gemeindegebiet ist deshalb nicht vertretbar.
Beim Deponiegelände handelt es sich um ein – nicht nur für Mörschwilerinnen und Mörschwiler, sondern auch für Einwohnerinnen und Einwohner der umliegenden Gemeinden – wichtiges und teilweise unberührtes Naherholungsgebiet. Dieses wird durch die Deponie nachhaltig und unwiederbringlich zerstört.
Der Gemeinderat hat diese Bedenken in seiner Stellungnahme an das federführende Amt für Raumentwicklung und Geoinformation mitgeteilt und hält an seiner ablehnenden Haltung zum Deponiestandort Aachen nach wie vor fest.
Der Gemeinderat kann sich mit diesem Deponieprojekt nicht einverstanden erklären und wird sich dagegen wehren.